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Versbuch

Im Buschwald

Heinrich Kämpchen · 18471912

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1909

Erschossen liegt ein schwarzes WeibIm Buschwald, in der Sonne Glut,Nackt, unverhüllt den hagern Leib,Noch sickert in den Sand das Blut. –

Von ihrem Stamme war die FrauNach Wasser suchend abgeirrt –Da plötzlich tönt Kommando rauhIm Buschwald und die Waffe klirrt. –

Sie floh – vergebliches Bemüh’n –Die Kugel schoß der weiße Mann –Hoch oben in den Lüften zieh’nDie Wüstengeier schon heran. –

Sie wittern Fraß und Zeitvertreib,Für sie ist ja der Tisch gedeckt –Bald letzt sie das Hereroweib,Das eine Kugel hingestreckt. –

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Was die Ruhr mir sang, S. 141, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
Digitalisat
de.wikisource.org — „Im Buschwald (Kämpchen)“, Fassung 1.097.785 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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