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Versbuch

Im Friedrichshain

Heinrich Kämpchen · 18471912

20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1909

Die Luft ist feucht, der Märzwind weht,Der frische Wind im Märzen,Und wer die Gräberstatt begeht,Dem brennt es heiß im Herzen. –

Sie liegen da in langen Reih’n,Umhegt von Totenbäumen,Mit dem zerschossenen GebeinUnd mit den Freiheitsträumen. –

Sie wittern wieder MärzenluftUnd wundern sich im Stillen,Daß immer noch an ihrer GruftDie Eulenrufe schrillen. –

Daß immer noch der Freiheit TonSich stumm und scheu muß bergen,Daß immer noch die ReaktionFortherrscht mit ihren Schergen.

Sie horchen scharf in stiller Gruft,Die großen Augen offen –Doch, wittern sie auch Märzenluft,Umsonst ist noch ihr Hoffen. –

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Was die Ruhr mir sang, S. 108-109, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
Digitalisat
de.wikisource.org — „Im Friedrichshain (Kämpchen)“, Fassung 1.097.789 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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