Hinab
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1909
Hochherzig nenn’ ich jeden Mann,Der frei von eig’nen Händen sinketUnd ohne Furcht vor’m TodesbannDen dunklen Lethetropfen trinket. –
Heil ihm, der also frei und kühnVom Leben scheidet ohne Zagen,Der, ob rings Blumen ihn umblüh’n,Hinab sinkt zu des Hades Klagen. –
Ob auch die Welt ihn treulos nenntAn seinem Gott und seinem Leben –Wo solche Todesflamme brennt,Wer sollte da noch feige beben? –
Nein, nur hinab, mit kaltem Blut,Aus diesem niedrigen Gewühle,Was kümmert euch die wilde Glut,Bei mir steht es, wenn ich sie kühle. –
Was kümmert’s euch, die ihr vergnügtUnd wohlig schwimmt im Meer der Tage,Wenn ich, dem dieses nicht genügt,Den Sprung ins Ungewisse wage? –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 153, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Hinab (Kämpchen)“, Fassung 1.097.775 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
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