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Versbuch

Hic Rhodus, hic salta!

Heinrich Kämpchen · 18471912

20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1909

Warum, ihr wackern Mucker und Zeloten,Gelegenheit ist euch genug geboten,Greift ihr nicht ein und trennt die Herrn-VerbändeIn „christlich“ und „unchristliche“ behende? –

Warum wollt ihr nicht dort auch Seelen rettenAus der Verführung und des Truges Ketten? –Dort gibt es ja in Menge Atheisten –Und Scheidung ist wohl nötig für die Christen. –

Ihr schweigt – doch Antwort gibt mir euer Schweigen,Für jene habt ihr Bücken nur und Neigen –Doch nimmermehr ein Trennen und Zerspalten,Das bleibt den armen Frönern vorbehalten. –

Für diese ist das Trennen und Zersplittern,Sobald sie freie Menschenwürde wittern,Sobald sie einig sich zusammenfindenUnd sich zum Kampf, zum Widerstand verbinden. –

Dann seid ihr stets die Retter auf dem PlaneUnd wirrt die Massen mit der Zwietrachtsfahne –Und trennt sie flugs, mit den bekannten Listen,In „Glaubenslose“ und in „gute Christen“. –

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Was die Ruhr mir sang, S. 109, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
Digitalisat
de.wikisource.org — „Hic Rhodus, hic salta! (Kämpchen)“, Fassung 1.097.773 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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