Geheimes Leben
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
24 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1909
Tief im Schachte, tief in NächtenRegt sich oft geheimes Leben,Bleiche Silberlampen schwebenDann durch Stollen und Geklüfte. –
Und dazu raunt es verstohlenAus den Schründen, aus den Spalten,Wo die Gnomen Wache haltenBei den unterird’schen Schätzen. –
Stimmchen fein wie der CikadeSingen, wispern hier und drüben –Bald wie Hassen, bald wie LiebenKlingt die wunderliche Weise. –
Da – ein Knall – und DonnertosenSchüttert durch Gebirg’ und Stollen –Weithin dröhnt des Schusses Grollen,Der die Felswand sprengt, die harte. –
Aber auch die kleinen WichteHat verscheucht das rauhe Dröhnen –Aus den Klüften, dringt kein TönenUnd erloschen sind die Lampen. –
Wieder herrschen Nacht und Stille,Wo vordem geheimes LebenSeine Kunde hat gegebenTief, ganz tief im Schoß der Erde. –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 11, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Geheimes Leben (Kämpchen)“, Fassung 1.104.368 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
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