Der Wurstmacher von Duisburg
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
33 Zeilen in 9 Strophen · zuerst gedruckt 1909
(Frei nach Wilhelm Müller: „Der Glockenguß zu Breslau“.)
War da ein MetzgermeisterZu Duisburg in der Stadt,Ein ehrenwerter Krauter,Gewandt in Rat und Tat.
Der hatte schon geschlachtetViel’ Kälber, groß und klein,Viel’ Kühe und viel’ BullenUnd manches fette Schwein.
Auch in der WurstbereitungWar unser Mann probat,Im Mett- und Blut- und Zungen-Und Knackwurst-Fabrikat. –
Doch aller Würste Krone,Die er bereitet hat,Das ist die Wurst vom KalbeZu Duisburg in der Stadt. –
Vom „ungebor’nen“ Kalbe,Ganz trefflich präpariert,Und aus dem RussenlandeIm Darm uns zugeführt. –
Die war so zart und lieblich,So lecker und pikant –Ein Würstchen wie geschaffenZum Essen aus der Hand.
Amerika, das blähetSich oft gewaltig auf,Gottlob, daß jetzt von DuisburgIhm kommt die Antwort drauf. –
Hier hat ein „wack’rer“ MeisterDie „deutsche Kunst“ gepflegt –Wie schade, daß dem ManneDas Handwerk ist gelegt. –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 56, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der Wurstmacher von Duisburg (Kämpchen)“, Fassung 3.466.836 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
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