Am Kochbrunnen in Wiesbaden
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
22 Zeilen · zuerst gedruckt 1909
Brodelnd, wie aus einem Riesenkocher,Steigt das Wasser aus der Tiefe aufwärts,Unerschöpflich und in gleicher Fülle. –Wallend, dampfend in der Marmorfassung,Wie in einer Opferschale, kündet’sVon geheimnisvollen Mächten, die unsHeilkraft spenden aus der Erdentiefe. –Schon der Kelte trank von diesem Wasser,(Er, der erste Siedler dieser Gründe)Der Germane, und die Römer bautenThermen hier und heilten ihre Wunden. –Waren Nymphen der Hygiea *) eh’malsSchützerinnen dieses Bronnens – heuteSchöpfen wieder Nymphen und kredenzenIhren Becher anmutsvoll zum Trunke. –Kranke aller Nationen kommenHier Genesung suchend – baden, trinken,Und gesunden von den heißen Quellen. –„Deutsches Nizza“, wie man dich genannt hat,Prächtiges Wiesbaden, mögen immerDeine Wasser kochen – immer, immer –Und die Kranken hier Genesung finden. –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 87, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Am Kochbrunnen in Wiesbaden (Kämpchen)“, Fassung 3.523.504 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
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