Den Manen Schillers
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
34 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1909
Vor hundert Jahren,Zu früh der Welt noch,Ist er gestorben.Gestorben, um weiterUnsterblich zu lebenFür alle Zeiten. –
Groß wie Schiller,Vielleicht noch größer,(Wer kann da messen)War Wolfgang Goethe. –
Aber sind beideAuch Dichter-TitanenIm Bunde mit Shakespeare –Kühner gesungenDem Volke, der Freiheit,Hat Schiller im Liede. –
Gegen Tyrannenmacht,Gegen den HeuchelwahnSchwang er sein Dichterschwert,Furchtlos und frei. –
Helvetiens Berge,Schimmernd im Morgenlicht,Glühend im Abendschein,Sind dessen Zeuge. –
Unvergänglich,Dem Volke, der Freiheit,Hat beiden ein Mal erGesetzet im „Tell“. –
Darum, ob man auch jetztPrunkend ihn feiern will,Nichtig und hohl –Unser, dem Arbeitsvolk,Kämpfer zum Kämpferheer, –Unser ist er. –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 130, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Den Manen Schillers (Kämpchen)“, Fassung 3.468.734 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
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