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Versbuch

Schöne Wiege meiner Leiden

Heinrich Heine · 17971856

23 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1827

Schönes Grabmal meiner Ruh,Schöne Stadt, wir müssen scheiden, –Lebe wohl! ruf’ ich dir zu.

Lebe wohl, du heilge Schwelle,Wo da wandelt Liebchen traut;Lebe wohl! du heilge Stelle,Wo ich sie zuerst geschaut.

Hätt’ ich dich doch nie gesehen,Schöne Herzenskönigin!Nimmer wär es dann geschehen,Daß ich jetzt so elend bin.

Nie wollt’ ich dein Herze rühren,Liebe hab’ ich nie erfleht;Nur ein stilles Leben führenWollt’ ich, wo dein Odem weht.

Doch du drängst mich selbst von hinnen,Bittre Worte spricht dein Mund;Wahnsinn wühlt in meinen Sinnen,Und mein Herz ist krank und wund.

Und die Glieder matt und trägeSchlepp’ ich fort am Wanderstab,Bis mein müdes Haupt ich legeFerne in ein kühles Grab.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Buch der Lieder, Junge Leiden, Lieder, S. 42–43, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827
Digitalisat
de.wikisource.org — „Schöne Wiege meiner Leiden“, Fassung 3.840.505 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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