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Versbuch

Geheimniß

Heinrich Heine · 17971856

14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1844

V.Geheimniß.

Wir seufzen nicht, das Aug’ ist trocken,Wir lächeln oft, wir lachen gar!In keinem Blick, in keiner Miene,Wird das Geheimniß offenbar.

Mit seinen stummen Qualen liegt esIn unsrer Seele blut’gen Grund;Wird es auch laut im wilden Herzen,Krampfhaft verschlossen bleibt der Mund.

Frag’ du den Säugling in der Wiege,Frag’ du die Todten in dem Grab,Vielleicht daß diese dir entdeckenWas ich dir stets verschwiegen hab’.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Neue Gedichte, Zeitgedichte. S. 233, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1844
Digitalisat
de.wikisource.org — „Geheimniß“, Fassung 1.508.682 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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