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Versbuch

In der Frühe

Heinrich Heine · 17971856

22 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1844

IX.In der Frühe.Auf dem Fauxbourg Saint-MarçeauLag der Nebel heute Morgen,Spätherbstnebel, dicht und schwer,Einer weißen Nacht vergleichbar.

Wandelnd durch die weiße Nacht,Schaut’ ich mir vorübergleitenEine weibliche Gestalt,Die dem Mondenlicht vergleichbar.

Ja, sie war wie MondenlichtLeichthinschwebend, zart und zierlich;Solchen schlanken GliederbauSah ich hier in Frankreich niemals.

War es Luna selbst vielleicht,Die sich heut bey einem schönen,Zärtlichen EndymionDes Quartièr Latin verspätet?

Auf dem Heimweg dacht ich nach:Warum floh’ sie meinen Anblick?Hielt die Göttin mich vielleichtFür den Sonnenlenker Phöbus?

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Neue Gedichte. Seiten 180-181, 1. Auflage, Hoffmann und Campe, 1844
Digitalisat
de.wikisource.org — „In der Frühe (Heine)“, Fassung 5.014.344 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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