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Versbuch

Der Abgekühlte

Heinrich Heine · 17971856

22 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1851

IX.Der Abgekühlte.

Und ist man todt, so muß man langIm Grabe liegen; ich bin bang,Ja, ich bin bang, das AuferstehenWird nicht so schnell von Statten gehen.

Noch einmal, eh’ mein LebenslichtErlöschet, eh’ mein Herze bricht –Noch einmal möcht’ ich vor dem SterbenUm Frauenhuld beseligt werben.

Und eine Blonde müßt’ es sein,Mit Augen sanft wie Mondenschein –Denn schlecht bekommen mir am EndeDie wild brünetten Sonnenbrände.

Das junge Volk voll LebenskraftWill den Tumult der Leidenschaft,Das ist ein Rasen, Schwören, PolternUnd wechselseit’ges Seelenfoltern!

Unjung und nicht mehr ganz gesund,Wie ich es bin zu dieser Stund,Mögt’ ich noch einmal lieben, schwärmenUnd glücklich sein – doch ohne Lärmen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Romanzero. Zweites Buch: Lamentationen. Seiten 179–180, 1. Auflage, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1851
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Abgekühlte“, Fassung 2.550.654 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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