Die rheinischen Weinbauern.
Georg Weerth · 1822–1856
20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1886
An Ahr und Mosel glänztenDie Trauben gelb und roth;Die dummen Bauern meinten,Sie wären aus jeder Noth.
Da kamen die HandelsleuteHerüber aus aller Welt:„Wir nehmen ein Drittel der Ernte,Für unser geliehenes Geld!“
Da kamen die Herren BeamtenAus Koblenz und aus Köln:„Das zweite Drittel gehöretDem Staate an Steuern und Zöll’n!“
Und als die Bauern flehtenZu Gott in höchster Pein,Da schickt’ er ein Hageln und WetternUnd brüllte: Der Rest ist mein!
Viel Leid geschieht jetzunder,Viel Leid und Hohn und Spott,Und wen der Teufel nicht peinigt,Den peinigt der liebe Gott!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Vorwärts, 1. Auflage, Verlag der Volksbuchhandlung in Hottingen, Zürich, 1886
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Die rheinischen Weinbauern“, Fassung 3.779.745 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Georg Weerth starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 117208612 der Deutschen Nationalbibliothek.
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