Liebe in Allem
Friederike Brun · 1765–1835
34 Zeilen in 10 Strophen · zuerst gedruckt 1795
An dem Hochzeittage meines Bruders.
(In Musick gesetzt von Herrn Kapellmeister Schulze).
O seelig wer liebt!Ihm zeichnet die ganze beseelte NaturDas liebliche Bild von der Lieblichen nur.O seelig wer liebt!
O seelig wer liebt!Ihm tönt, aus des Haines vereintem Gesang,Der silbernen Stimme harmonischer Klang:O seelig wer liebt!
O seelig wer liebt!Ihm stralet der tausendfach funkelnde ThauDas Bild der Geliebten aus blumiger Au.O seelig wer liebt!
O seelig wer liebt!Des rieselndeln Bächleins vertraulicher FlußIst Kosen der Lieb’ und des Herzens Erguß.O seelig wer liebt!
O seelig wer liebt!Ihm lächelt aus Abendroth spiegelnder FlutDer blühenden Wänglein erröthende Glut.O seelig wer liebt!
O seelig wer liebt!Der nächtliche Himmel, so funkelnd und klar,Ist Wiederschein nur von der Aeugelein Paar.O seelig wer liebt!
O seelig wer liebt!Ihm lächelt der Liebe umdämmernde BlickElysiums Ruh’ und der Himmlischen Glück.O seelig wer liebt!
O seelig wer liebt!Die Grazien schlingen mit seegnender HandUm Ihn und das Weltall ein inniges Band.O seelig wer liebt!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 23–25, Orell, Gessner, Füssli & Comp., Zürich, 1795
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Liebe in Allem“, Fassung 1.101.471 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Friederike Brun starb 1835; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1905 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118516051 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.