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Versbuch

Stille Befürchtung

Frank Wedekind · 18641918

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1905

Seit ich dir mein ganzes Herz entladen,Peinigt mich geheimnisvolles Weh:Morgens drängt’s mich seltsam, mich zu baden;Abends treibt’s mich mächtig ins Café;

Nachts umgaukeln mich verrückte Träume,Daß die Seele bang um Hilfe schreit;Eng’ bedrücken mich des Himmels Räume,Die Gewänder werden mir zu weit;

Vor den Augen schwirrt ein schwarzer Falter –Sprich, o sprich, wie soll ich das verstehn!’s ist ein heimlich zartes Knospenalter;Doch nicht Liebe scheint mir aufzugehn.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die vier Jahreszeiten, 1. Auflage, Albert Langen, Verlag für Litteratur und Kunst, München, 1905
Digitalisat
de.wikisource.org — „Stille Befürchtung“, Fassung 3.780.137 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Frank Wedekind starb 1918; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1988 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118629867 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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