Das Seelchen
Conrad Ferdinand Meyer · 1825–1898
11 Zeilen · zuerst gedruckt 1882
Ich lag im Gras auf einer Alp,In sel’ge Bläuen starrt’ ich auf –Mir war als ob auf meiner BrustMich etwas sacht belastete.Ich blickte schräg. Ein Falter saßAuf meinem grauen Wanderkleid.Mein Seelchen war’s. So lernt’ ich einstIn Rom an einem Basrelief.Wie sieht es aus? Das wüßt’ ich gern,Ich blinzle mein Gewand entlang –Blank war’s, betupft mit Tropfen Bluts.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Seite 77, 1. Auflage, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Das Seelchen“, Fassung 2.563.007 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Conrad Ferdinand Meyer starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118581775 der Deutschen Nationalbibliothek.
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