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Versbuch

Berliner Ballade

Alfred Henschke · 18901928

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1927

Sie hing wie eine Lattevom Schranke steif und stumm.Am Morgen sah’s ihr Gatte,lief nach dem Polizeipräsidium.

„Meine Frau“, so schrie er, „ist verschieden…“Doch der Polizeiwachtmeister Schmidt,rollte blutig seine Augen:„Wie denn, ha’m Sie den Jeburtsschein mit?“

Dieses hatte er mit nichten,und er setzte sich in Trab,spät entsann er sich der ehelichen Pflichten,– schnitt sie ab.

Und er legt den Strick an seine Kehle,vor dem Spiegel, peinlich und honett.Nimmt noch einen Schluck, befiehlt Gott seine Seele– schwapp, schon baumelt er am Ehebett.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die Harfenjule S. 13–14, 1. Auflage, Die Schmiede, Berlin, 1927
Digitalisat
de.wikisource.org — „Berliner Ballade“, Fassung 3.779.200 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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