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Versbuch

Blumentag

Alfred Henschke · 18901928

21 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1913

Die kleine Gräfin spricht:

Wie befreit ich atme!Keckheit wurde Pflicht –Lächelnd zieh ich vom GesichtSchleiertuch der Fatme.

Denn wie MorgenländerinGing ich sonst behütet,Mutter hat gewütet,Wenn ich lächelte …

Aber heute springt mein BlickÜber alle Hürden,Meines Standes BürdenWerfe ich zurück.

Keinem Gegenblicke will ich wehren,Schaffner und Kommis –Ach, ich wußte nie,Daß sie liebe Menschen wären.

Hefte ich die MargeriteIhnen an die Brust,Fühl ich Lust um Lust,Wie mein Herz erzittert …

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Morgenrot! Klabund! Die Tage dämmern!, S. 48, Erich Reiß Verlag, Berlin, 1913
Digitalisat
de.wikisource.org — „Blumentag“, Fassung 1.096.729 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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