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Versbuch

Der innere Architekt

Wilhelm Busch · 18321908

18 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt [1960]

Wem’s in der Unterwelt zu still,Wer oberhalb erscheinen will,Der baut sich, je nach seiner Weise,Ein sichtbarliches Wohngehäuse.

Er ist ein blinder Architekt,Der selbst nicht weiß, was er bezweckt.Dennoch verfertigt er genauSich kunstvoll seinen Leibesbau,Und sollte mal was dran passieren,Kann er’s verputzen und verschmieren,Und ist er etwa gar ein solchGeschicktes Tierlein wie der Molch,Dann ist ihm alles einerlei,Und wär’s ein Bein, er macht es neu.

Nur schad, daß, was so froh begründet,So traurig mit der Zeit verschwindet,Wie schließlich jeder Bau hienieden,Sogar die stolzen Pyramiden.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Zu guter Letzt. In: Historisch-kritische Gesamtausgabe in vier Bänden. Band 4, S. 295, Vollmer, Wiesbaden u. Berlin, [1960]
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der innere Architekt“, Fassung 3.779.733 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Wilhelm Busch starb 1908; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1978 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118517880 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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