Der Kohl
Wilhelm Busch · 1832–1908
28 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt [1960]
Unter all den hübschen DingenIn der warmen SommerzeitIst ein Korps von SchmetterlingenRecht ergötzlich insoweit.
Bist du dann zu deinem WohleIn den Garten hinspaziert,Siehst du über deinem KohleMuntre Tänze aufgeführt.
Weiß gekleidet und behendeFlattert die vergnügte Schar,Bis daß Lieb und Lust zu EndeWieder mal für dieses Jahr.
Zum getreuen Angedenken,Auf den Blättern kreuz und quer,Lassen sie zurück und schenkenDir ein schönes Raupenheer.
Leidest du, daß diese SippeWeiterfrißt, wie sie begehrt,Kriegst du nebst dem BlattgerippeNur noch Proben ohne Wert.
Also ist es zu empfehlen,Lieber Freund, daß du dich bückstUnd sehr viele Raupenseelen,Pitsch, aus ihren Häuten drückst.
Denn nur der ist wirklich weise,Der auch in die Zukunft schaut.Denk an deine Lieblingsspeise:Schweinekopf mit Sauerkraut.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Zu guter Letzt. In: Historisch-kritische Gesamtausgabe in vier Bänden. Band 4, S. 287-288, Vollmer, Wiesbaden u. Berlin, [1960]
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der Kohl“, Fassung 3.779.349 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Wilhelm Busch starb 1908; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1978 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118517880 der Deutschen Nationalbibliothek.
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