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Versbuch

Abseits

Theodor Storm · 18171888

24 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1848

Es ist so still; die Haide liegtIm warmen Mittagssonnenstrahle,Ein rosenrother Schimmer fliegtUm ihre alten Gräbermale;Die Kräuter blühn; der HaideduftSteigt in die blaue Sommerluft.

Laufkäfer hasten durch’s GesträuchIn ihren goldnen Panzerröckchen,Die Bienen hängen Zweig um ZweigSich an der Edelhaide Glöckchen;Die Vögel schwirren aus dem Kraut –Die Luft ist voller Lerchenlaut.

Ein halbverfallen SchindelhausSteht einsam hier und sonnbeschienen;Der Käthner lehnt zur Thür hinaus,Behäglich blinzelnd nach den Bienen;Sein Junge auf dem Stein davorSchnitzt Pfeifen sich aus Kälberrohr.

Kaum zittert durch die MittagsruhEin Schlag der Dorfuhr, der entfernten;Dem Alten fällt die Wimper zu,Er träumt von seinen Honigerndten.– Kein Klang der aufgeregten ZeitDrang noch in diese Einsamkeit.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Volksbuch für auf das Schaltjahr 1848 für Schleswig Holstein und Lauenburg, Verlag der Expedition des Altonaer Mercurs’s, Altona, 1848
Digitalisat
de.wikisource.org — „Abseits (Storm)“, Fassung 3.073.526 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Theodor Storm starb 1888; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1958 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118618725 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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