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Versbuch

Jung-Bismarck

Theodor Fontane · 18191898

26 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1905

(In Begleitung eines Bildes, das ihn in seinem 19. Jahre darstellt.)

In Lockenfülle das blonde Haar,Allzeit im Sattel und neunzehn Jahr,Im Fluge weltein und nie zurück –Wer ist der Reiter nach dem Glück?Jung-Bismarck.

Was ist das Glück? Ist’s Gold, ist’s Ehr’,Ist’s Ruhm, ist’s Liebe? Das Glück ist mehr,Noch legt es im Dämmer, erkennbar kaum,Aber er sieht es in seinem Traum,Jung-Bismarck.

Er sieht es im Traume. Was ist, das er sah?Am Brunnen sitzt Germania,Zween Eimer wechseln, der eine fällt,Der andere steigt; wer ist’s, der ihn hält?Jung-Bismarck.

Und neue Bilder: ein Schloß, ein Saal,Was nicht blitzt von Golde, das blitzt von Stahl,Einer dem Barbarossa gleicht –,Wer ist es, der die Krone ihm reicht?Jung-Bismarck.

Was ist das Glück? Ist’s Gold, ist’s Ehr’,Ist’s Ruhm, ist’s Liebe? Das Glück ist mehr:„Leben und Sterben dem Vaterland“ –Gott segne fürder Deine Hand,Jung-Bismarck.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, Seite 313, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
Digitalisat
de.wikisource.org — „Jung-Bismarck (Fontane)“, Fassung 3.513.776 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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