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Versbuch

Junker Dampf

Theodor Fontane · 18191898

32 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1851

Aus einem edlen StammeEntsproß der Junker Dampf:Das Wasser und die FlammeErzeugten ihn im Kampf;Doch hin und her getragen,Ein Spielball jedem Wind,Schien aus der Art geschlagenDas Elementenkind.

Ja, frei an Füß’ und HändenIst er ein lockrer Fant,Doch hinter KerkerwändenDa wird er ein Gigant:In tausend TrümmerresteZerschlägt er jede Haft,Mit ihrer Dicht’ und FesteWächst seine Riesenkraft.

Selbst da, wo seiner ZelleEin schmales Pförtlein blieb,Ringt er nach Luft und HelleMit solchem Sturmestrieb,Daß, wenn ihn beim EntwischenDes Thores Enge hemmt,Den Kerker, unter Zischen,Er auf die Schulter klemmt;

Und so, trotz eh’rner FesselAn Füßen noch und Hand,Reißt er den KerkerkesselIm Fluge mit durch’s Land,Reißt ganze HäuserreihenMit fort, wie Wirbelwind,Bis wieder er im FreienNichts als, – ein spielend Kind.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 93–95, 1. Auflage, Carl Reimarus’ Verlag. W. Ernst., Berlin, 1851
Digitalisat
de.wikisource.org — „Junker Dampf“, Fassung 3.779.610 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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