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Versbuch

Die Alten und die Jungen

Theodor Fontane · 18191898

22 Zeilen · zuerst gedruckt 1905

„Unverständlich sind uns die Jungen“Wird von den Alten beständig gesungen;Meinerseits möcht ich’s damit halten:„Unverständlich sind mir die Alten.“Dieses am RuderbleibenwollenIn allen Stücken und allen Rollen,Dieses sich UnentbehrlichvermeinenSammt ihrer „Augen stillem Weinen“,Als wäre der Welt ein Weh gethan, –Ach, ich kann es nicht verstahn.Ob unsre Jungen, in ihrem Erdreisten,Wirklich was Besseres schaffen und leisten,Ob dem Parnasse sie näher gekommen,Oder blos einen Maulwurfshügel erklommen,Ob sie, mit andern Neusittenverfechtern,Die Menschheit bessern oder verschlechtern,Ob sie Frieden sä’n oder Sturm entfachen,Ob sie Himmel oder Hölle machen, –Eins läßt sie stehn auf siegreichem Grunde,Sie haben den Tag, sie haben die Stunde,Der Mohr kann gehn, neu Spiel hebt an,Sie beherrschen die Scene, sie sind dran.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, Seite 82, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Alten und die Jungen (Fontane)“, Fassung 1.661.136 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.