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Versbuch

Die Sachsenschlacht

Rudolf Lavant · 18441915

40 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1965

Auf hohem Roß in Sachsen saßDer Bund und trieb’s am tollsten,Es war der alten Sünden MaßIm Sachsenland am vollsten.Drum sind wir auch an Stimmen gleichGigantisch hier gewachsen –Hurra, das rote Königreich!Hurra, die roten Sachsen!

Man räumte auf mit dem KartellDer sämtlichen Parteien.Es hub, als es gepackt beim Fell,Ein Winseln an und Schreien.Sie hatten sich so warm und weichGebettet, gleich den Dachsen –Hurra, das rote Königreich!Hurra, die roten Sachsen!

Man hatte ziemlich leichtes SpielMit dem Bediententrosse,Als ungestüm man überfielDie morsche Staatskarosse.Die Deichsel brach auf einen Streich,Es splitterten die Achsen –Hurra, das rote Königreich!Hurra, die roten Sachsen!

Tief ist der Sachsen Langmut Born,Kaum hört man ein Gebrumme,Doch dann geraten sie in Zorn,Verkauft man sie als Dumme.Gebrochen war alsbald der Deich,Sie machten keine Faxen –Hurra, das rote Königreich!Hurra, die roten Sachsen!

Sie hatten eben klar durchschautDen kolossalen Schwindel;Sie prügelten aus seiner HautDas schuftige Gesindel.Und schickten das Kartell sogleichHeim mit zerbroch’nen Haxen –Hurra, das rote Königreich!Hurra, die roten Sachsen!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Rudolf Lavant Gedichte, 3. Auflage, Akademie Verlag, Berlin, 1965
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Sachsenschlacht“, Fassung 3.566.971 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rudolf Lavant starb 1915; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1985 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 10218299X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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