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Versbuch

An mein Volk

Richard Dehmel · 18631920

20 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1893

Ich möchte wol geehrt von Vielen sein,und auch geliebt; ich weiß es wohl.Aber niemals sollmein Stolz und Wert mir drum gemeinmit hunderttausend Andern sein.

Ich hab ein großes Vaterland,zehn Völkern schuldet meine Stirnihr bischen Hirn.Ich habe nie das Volk gekannt,in dem mein reinster Wert entstand.

In meiner Heimat steht ein Baum,den liebe ich, der steht so stolzüber dem Mittelholz.Da träumt’ich manchen jungen Traum;er wurzelt tief, der hohe Baum.

Da träumt’ich, daß der Mensch allein,von Hunderttausenden bewacht,sich eigner macht,bis auch die Völker sich befreinzum Volk ... mein Volk, wann wirst du sein?

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Aber die Liebe, 1. Auflage, Dr. E. Albert & Co. Separat-Conto, München, 1893
Digitalisat
de.wikisource.org — „An mein Volk“, Fassung 446.111 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Richard Dehmel starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118679236 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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