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Versbuch

Magnificat

Rainer Maria Rilke · 18751926

17 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1918

Sie kam den Hang herauf, schon schwer, fast ohnean Trost zu glauben, Hoffnung oder Rat;doch da die hohe tragende Matroneihr ernst und stolz entgegentrat

und alles wußte ohne ihr Vertrauen,da war sie plötzlich an ihr ausgeruht;vorsichtig hielten sich die vollen Frauen,bis daß die junge sprach: Mir ist zumut,

als wär ich, Liebe, von nun an für immer.Gott schüttet in der Reichen Eitelkeitfast ohne hinzusehen ihren Schimmer;doch sorgsam sucht er sich ein Frauenzimmerund füllt sie an mit seiner fernsten Zeit.

Daß er mich fand. Bedenk nur; und Befehleum meinetwillen gab von Stern zu Stern —.Verherrliche und hebe, meine Seele,so hoch du kannst: den Herrn.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Der neuen Gedichte anderer Teil, S. 37, Insel-Verlag, Leipzig, 1918
Digitalisat
de.wikisource.org — „Magnificat“, Fassung 3.656.091 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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