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Versbuch

Michael Georg Conrad

Rainer Maria Rilke · 18751926

12 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1898

Nennt ihr das Seele, was so zage zirptIn euch? Was, wie der Klang der NarrenschellenUm Beifall bettelt und um Würde wirbt,Und endlich arm ein armes Sterben stirbtIm Weihrauchabend gothischer Kapellen, –Nennt ihr das Seele?

Schau’ ich die blaue Nacht, vom Mai verschneit,In der die Welten weite Wege reisen,Mir ist: ich trage ein Stück EwigkeitIn meiner Brust. Das rüttelt und das schreit,Und will hinauf und will mit ihnen kreisen ..Und das ist Seele.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Advent, S. 18, 1. Auflage, P. Friesenhahn, Leipzig, 1898
Digitalisat
de.wikisource.org — „Michael Georg Conrad (Rilke)“, Fassung 829.698 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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