Maitag
Rainer Maria Rilke · 1875–1926
12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1955
Still! – Ich hör, wie an Geländenleicht der Wind vorüberhüpft,wie die Sonne Strahlenendenan Syringendolden knüpft.
Stille rings. Nur ein geblähterFrosch hält eine Mückenjagd,und ein Käfer schwimmt im Äther,ein lebendiger Smaragd.
Im Geäst spinnt SilberrhombenMutter Spinne Zoll um Zoll,und von Blütenhekatombenhat die Welt die Hände voll.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Larenopfer. In: Sämtliche Werke, Band I, S. 29-30., Insel-Verlag, Frankfurt am Main, 1955
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Maitag“, Fassung 3.778.799 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.
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