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Versbuch

Frau Hanna Hegeler

Rainer Maria Rilke · 18751926

15 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1898

Tenno.

Der Kirchhof hoch im SommerschneeGehört zum Bergdorf hin;Wie über einen HochlandseeWacht Frieden über ihn.Da weiss kein Blühn vom Frühlingsstrahl.Der Rasen schüchtert frühfrostfahl,Die Kreuze arm, die Hügel kahlUnd sacht und selten wächst die Zahl:einmal.

Der Weg ist schlecht, der Weg ist schmal.Im kleinen Dorf ist kleine WahlUnd kleines Glück und kleine Qual, –Drum läuten sie so fern im Thal:

einmal, – einmal, – einmal –

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Advent, S. 40, 1. Auflage, P. Friesenhahn, Leipzig, 1898
Digitalisat
de.wikisource.org — „Frau Hanna Hegeler (Rilke)“, Fassung 879.043 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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