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Versbuch

Die Brandstätte

Rainer Maria Rilke · 18751926

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1918

Gemieden von dem Frühherbstmorgen, dermißtrauisch war, lag hinter den versengtenHauslinden, die das Heidehaus beengten,ein Neues, Leeres. Eine Stelle mehr,

auf welcher Kinder, von Gott weiß woher,einander zuschrien und nach Fetzen haschten.Doch alle wurden stille, sooft er,der Sohn von hier, aus heißen, halbveraschten

Gebälken Kessel und verbogne Trögemit einem langen Gabelaste zog, —um dann mit einem Blick, als ob er löge,die andern anzusehn, die er bewog

zu glauben, was an dieser Stelle stand.Denn seit es nicht mehr war, schien es ihm soseltsam: phantastischer als Pharao.Und er war anders, wie aus fernem Land.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Der neuen Gedichte anderer Teil, S. 50, Insel-Verlag, Leipzig, 1918
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Brandstätte“, Fassung 3.487.209 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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