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Versbuch

Die Engel

Rainer Maria Rilke · 18751926

13 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1906

Sie haben alle müde Mündeund helle Seelen ohne Saum.Und eine Sehnsucht (wie nach Sünde)geht ihnen manchmal durch den Traum.

Fast gleichen sie einander alle;in Gottes Gärten schweigen sie,wie viele, viele Intervallein seiner Macht und Melodie.

Nur wenn sie ihre Flügel breiten,sind sie die Wecker eines Winds:Als ginge Gott mit seinen weitenBildhauerhänden durch die Seitenim dunklen Buch des Anbeginns.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Das Buch der Bilder 1. Buch Teil 1, S. 22, Zweite sehr vermehrte Auflage, Axel Junker Verlag, Berlin / Leipzig, Stuttgart, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Engel (Rilke)“, Fassung 2.353.045 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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