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Versbuch

Die Courtisane

Rainer Maria Rilke · 18751926

14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1907

Venedigs Sonne wird in meinem Haarein Gold bereiten: aller Alchemieerlauchten Ausgang. Meine Brauen, dieden Brücken gleichen, siehst du sie

hinführen ob der lautlosen Gefahrder Augen, die ein heimlicher Verkehran die Kanäle schließt, so daß das Meerin ihnen steigt und fällt und wechselt. Wer

mich einmal sah, beneidet meinen Hund,weil sich auf ihm oft in zerstreuter Pausedie Hand, die nie an keiner Glut verkohlt,

die unverwundbare, geschmückt, erholt —.Und Knaben, Hoffnungen aus altem Hause,gehn wie an Gift an meinem Mund zugrund.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Neue Gedichte, S. 67, 1. Auflage, Insel-Verlag, Leipzig, 1907
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Courtisane“, Fassung 3.487.968 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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