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Versbuch

Der König von Münster

Rainer Maria Rilke · 18751926

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1918

Der König war geschoren;nun ging ihm die Krone zu weitund bog ein wenig die Ohren,in die von Zeit zu Zeit

gehässiges Gelärmeaus Hungermäulern fand.Er saß, von wegen der Wärme,auf seiner rechten Hand,

mürrisch und schwergesäßig.Er fühlte sich nicht mehr echt:der Herr in ihm war mäßig,und der Beischlaf war schlecht.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Der neuen Gedichte anderer Teil, S. 24, Insel-Verlag, Leipzig, 1918
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der König von Münster“, Fassung 3.435.273 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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