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Versbuch

Der letzte Graf von Brederode entzieht sich türkischer Gefangenschaft

Rainer Maria Rilke · 18751926

17 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1907

DER LETZTE GRAF VON BREDERODEENTZIEHT SICH TÜRKISCHERGEFANGENSCHAFT

Sie folgten furchtbar; ihren bunten Todvon ferne nach ihm werfend, während erverloren floh, nichts weiter als: bedroht.Die Ferne seiner Väter schien nicht mehr

für ihn zu gelten; denn um so zu fliehngenügt ein Tier vor Jägern. Bis der Flußaufrauschte nah und blitzend. Ein Entschlußhob ihn samt seiner Not und machte ihn

wieder zum Knaben fürstlichen Geblütes.Ein Lächeln adeliger Frauen goßnoch einmal Süßigkeit in sein verfrühtes

vollendetes Gesicht. Er zwang sein Roßgroß wie sein Herz zu gehn, sein blutdurchglühtes:es trug ihn in den Strom wie in sein Schloß.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Neue Gedichte, S. 66, 1. Auflage, Insel-Verlag, Leipzig, 1907
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der letzte Graf von Brederode entzieht sich türkischer Gefangenschaft“, Fassung 3.780.203 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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