Zum Inhalt springen
Versbuch

Seele des Lebens

Georg Trakl · 18871914

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1913

Verfall, der weich das Laub umdüstert,Es wohnt im Wald sein weites Schweigen.Bald scheint ein Dorf sich geisterhaft zu neigen.Der Schwester Mund in schwarzen Zweigen flüstert.

Der Einsame wird bald entgleiten,Vielleicht ein Hirt auf dunklen Pfaden.Ein Tier tritt leise aus den Baumarkaden,Indes die Lider sich vor Gottheit weiten.

Der blaue Fluß rinnt schön hinunter,Gewölke sich am Abend zeigen;Die Seele auch in engelhaftem Schweigen.Vergängliche Gebilde gehen unter.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 28, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1913
Digitalisat
de.wikisource.org — „Seele des Lebens“, Fassung 2.555.730 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Georg Trakl starb 1914; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1984 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118623575 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Georg Trakl

Alle Gedichte von Georg Trakl ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.