De Nussbaum a dr Schällebrugg
Paul Haller · 1882–1920
37 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1922
De Nußbaum a dr Schällebrugg
Underem Nußbaum a dr SchällebruggStreckt en Ma di müede Wanderbäi,Lost uf’s Zyt, wo us dr Wyti schloht:„Wäger,“ säit er, „’s längt mr nümme häi“.’S goht iez nümme lang, du guete Ma,Triffst es Dorf und drin es Wirtshus a.
Underem Nußbaum a dr SchällebruggHet en armi Frau de Chorb abgstellt,Gschnufet und de dräckig Schwäis abbutztUnd di schwer verdiente Batze zellt.Frau, was mäined’r, ’s miech nid so schwer,Wen de Chorb voll Bärnervreni wer?
Underem Nußbaum a dr SchällebruggLyt en Ma voll Bränz, er lyt und schloft.Änevör am Bärg sind d’Chind no wach,D’Mueter briegget: „O, wi bini gstroft!O wi bini gschosse gsy und blind!“Armi Frau, Gott bhüet dr dini Chind!
Underem Nußbaum a dr SchällebruggLueg doch au! en junge Burst im Bluet!Jo, de Wäg isch gech und scharpf de Rank.Hesch nid chönne wyse? gsehsch nid guet?Lustig furt im hele Morgerot:Z’obe, Mueter, hesch dis Büebli tod!
Underem Nußbaum a dr SchällebruggO, wi still und schattig isch es dert!O wi singen ame Sundig d’Chind,As me’s z’oberst ufem Homberg ghört!Ganzi Rähje hocken ufem Burt,Singen äis und springe wider furt.
Sigerst, wen ech öppis rote cha,Löhnd de Nußbaum stoh, so lang er stoht!Ghört er nid im ganze Schwyzerland,Jedem Bäi, wo drunder dure goht?Und für Gwehrschäft wer er wäger z’chrumm.Löhnd en stoh! z’letscht gheit er sälber um.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte. S. 100–101, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „De Nußbaum a dr Schällebrugg“, Fassung 3.866.830 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.
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