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Versbuch

An die strahlende Sonne

Paul Haller · 18821920

18 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1922

Laß mich dir danken, du strahlende Sonne,Für deines Lichtes unfaßliches Wohltun,Du schaffende Seele der steinernen Welt!

Nimm deiner Kinder beschränktes Opfer,Nimm Stammeln für Lieder, nimm Lieder für Taten,Und Frohsinn des Lebens für männlichen Dank.

Und laß mich erkennen das Bild deiner GüteIm Auge der Frauen. Sie trösten und lächelnUnd strahlen wie du in die Nächte des Jammers,Sie öffnen die Blüte der keimenden Taten,Sie leiten in jubelnde Gassen der FreudeUnd legen die kühlen, zärtlichen HändeAuf glühende Häupter.

Und laß mich dir danken, wenn einmal aus blauem,Verschleiertem Antlitz dein Strahl mich berührte,Sich einmal das Wunder der Wahrheit bequemte:Die Sonne verschlossen im Ring eines AugesUnd zwischen zwei schattende Wimpern gebannt.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 79, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
Digitalisat
de.wikisource.org — „An die strahlende Sonne“, Fassung 876.781 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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