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Versbuch

Friedrichstraßenkroki 3 Uhr 20 Nacht

Paul Boldt · 18851921

18 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1914

FRIEDRICHSTRASSENKROKI3 UHR 20 NACHTS

Die Friedrichstraße trägt auf SteinDie blassen Gewässer des Lichtes.Die Dirnen umstehn mit HirschgeweihnDie Circe meines Gesichtes.

Ich schaue: — Der Träume Phosphor rinntIn zwei, vier Menschenaugen neu.— Wie eine Katze springt, gefleckt, der WindZwischen des Asphalts Lichterstreu

Und trägt den fetten, weißen RauchIm Maul den jungen Winden ins Nest.Er faßt die Dirnen an den BauchUnd klemmt die dünnen Röcke fest.

— Da sind Gesichter, lachen nett,Daß alle Zähne blecken müssen;Die Louis zeigen ihr Skelett,Louise läßt mich ihres küssen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Junge Pferde! Junge Pferde! S. 41, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1914
Digitalisat
de.wikisource.org — „Friedrichstraßenkroki 3 Uhr 20 Nachts“, Fassung 1.436.197 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Boldt starb 1921; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1991 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118661175 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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