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Versbuch

Friedrichstraßendirnen

Paul Boldt · 18851921

15 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1914

FRIEDRICHSTRASSENDIRNEN

Sie liegen immer in den Nebengassen,Wie Fischerschuten gleich und gleich getakelt,Vom Blick befühlt und kennerisch bemakelt,Indes sie sich wie Schwäne schwimmen lassen.

Im Strom der Menge, auf des Fisches Route.Ein Glatzkopf äugt, ein Rotaug’ spürt Tortur,Da schießt ein Grünling vor, hängt an der SchnurUnd schnellt an Deck einer bemalten Schute,

Gespannt von Wollust wie ein Projektil!Die reißen sie aus ihm wie Eingeweide,Gleich groben Küchenfrauen ohne viel

Von Sentiment. Dann rüsten sie schon wiederDen neuen Fang. Sie schnallen sich in SeideUnd steigen ernst mit ihrem Lächeln nieder.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Junge Pferde! Junge Pferde! S. 7, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1914
Digitalisat
de.wikisource.org — „Friedrichstraßendirnen“, Fassung 1.097.659 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Boldt starb 1921; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1991 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118661175 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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