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Versbuch

Berliner Abend

Paul Boldt · 18851921

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1914

Spukhaftes Wandeln ohne Existenz!Der Asphalt dunkelt und das Gas schmeißt seinLicht auf ihn. Aus Asphalt und Licht wird Elfenbein.Die Straßen horchen so. Riechen nach Lenz.

Autos, eine Herde von Blitzen, schreinUnd suchen einander in den Straßen.Lichter wie Fahnen, helle Menschenmassen:Die Stadtbahnzüge ziehen ein.

Und sehr weit blitzt Berlin. Schon hat der Ost,Der weiße Wind, in den Zähnen den Frost,Sein funkelnd Maul über die Stadt gedreht,Darauf die Nacht, ein stummer Vogel, steht.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Junge Pferde! Junge Pferde! S. 27, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1914
Digitalisat
de.wikisource.org — „Berliner Abend“, Fassung 1.096.718 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Boldt starb 1921; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1991 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118661175 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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