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Versbuch

Das Gespenst

Paul Boldt · 18851921

14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1914

Wie weiß der Sommer ist! Wie Menschenlachen,Das alle Tage in der Stadt verschwenden.Häuserspaliere wachsen hoch zu WändenUnd Wolkenfelsen, die mich kleiner machen.

In tausend Straßen liege ich begraben.Ich folge dir stets ohne mich zu wenden.O hielte ich dein Antlitz in den Händen,Das meine kranke Augen vor sich haben.

Ich küßte es. Es küßte mich im Bette —:— Versprich, daß du mich morgen nicht mehr kennst!— Bist du nachts fleischern und ein Taggespenst?

— Du locktest es ins Netz deiner Sonette.— Junger Polyp, dein Mund ist eine Klette.— Er wird dich beißen, wenn du ihn so nennst.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Junge Pferde! Junge Pferde! S. 26, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1914
Digitalisat
de.wikisource.org — „Das Gespenst (Gedicht, Boldt)“, Fassung 2.572.624 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Boldt starb 1921; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1991 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118661175 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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