Zinnfiguren
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
23 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1934
Die Zinnfiguren sindVerbindung zwischen Kunst und Kind.Sie schildern alle Zeiten.Da schreiten, stehn und reitenKlein-märchenbunt aus jedem Land:Indianer, Ritter, Sachsen,Und was der Schöpfer sonst erfand.
Auch Bäume, schön gewachsen,Auch Häuser, Schiffe, Eisenbahn,Flugzeuge, Autos, PelikanWie jedes andere Getier;Kurz: Allerlei und JederleiIst hier –Studiert nach Farbe, Form und Sinn –Schön ausgeprägt in Zinn.
Mitunter ist das Zinn aus Blei.
Sinnvoll, mit Liebe aufgestellt,Zeigt das im Kleinen große Welt.
Wenn das uns Alten noch gefällt,Will das für mich bedeuten:Die Zinnfiguren sindVerbindung zwischen Kunst und KindUnd uns, den alten Leuten.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute S. 57–58, Ernst Rowohlt, Berlin, 1934
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Zinnfiguren“, Fassung 1.860.869 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.