Zum Schwimmen
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
33 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1923
(Die Brüder)
Plumps! Nun liegst du endlich drin,Nun hat es wirklich nicht mehr Sinn,Noch länger den Denker und Dichter zu mimen.Sonst gibt’s mal was mit dem ledernen Riemen!
Lacht mal den Onkel aus, ihr Kinder!Wißt ihr’s?Das ist der ErfinderDes drahtlosen Schwebeklistiers,
Der Panslapopel, der große Mann!Wie Seidenpapier liegt die Hose an.Der Doktor phil. und der Doktor jur. – –Ja, pruste du nur!Wie eifrig du spuckstUnd das Gespuckte noch einmal verschluckst.Du „Autor“ von „Das Leben von Stosch!“ –Eine Qualle bist du, ein schleimiger Frosch,Ein wulstiger, schwulstiger, schwappliger, nasser.Und willst der VerfasserDer Biographie sein!Ziehe das Knie ein!Nach auswärts die Beine!Du Stubenhocker!Hier sind ein paar SteineAm Ufer recht locker. – –Sieht aus wie Blaukraut mit Sommersprossen.Na? Eins, zwei, drei – vier, fünf, die Hände geschlossen!Und: eins, zwei, drei – vier, fünf; noch besser, viel besser!Ich werde dir was von wegen Professor!Los: eins, zwei, drei – vier, fünf. Du Schlumpsack, nur weiter!Wird’s? Eins, zwei, drei – vier, fünf. Nun ’ran an die Leiter!Du ausgeschwängertes Schwielenschwein!Ein Wort – und ich stoße dich nochmals hinein.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Turngedichte, Kurt Wolff Verlag, München, 1923
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Zum Schwimmen“, Fassung 3.779.663 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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