Vornehme Herren-Bar
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
21 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1932
Weite Welt auf schmalem Fleck. —Wohlerzogen grüßt der Mixer.Jeder Griff — der kürzeste zum Zweck —Ist ein wohlgefälliger und fixer.
Zwingt das nahe vis-à-visZum Belauschen, zum Studieren;Reizt die Neugier zum ProbierenUnd bewegt die PhantasieZum Vergleichen.
Altberühmteste GefäßeMit geheimnisvollen ZeichenSpeien etwas MajestätKnapp und rein wie gute SpäßeIn gepflegtes Mischgerät.
„Wenn ein Armer jetzt hier säße!...?“Fragt Sentimentalität.Doch die fragt sentimental.
Solche Bar hat hohe Sitze.Hinter internationalAbgeklärtem MeisterwitzeSchlägt ihr Herz diskret neutral.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte dreier Jahre Seite 61, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Vornehme Herren-Bar“, Fassung 4.263.528 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.