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Versbuch

Was dann?

Joachim Ringelnatz · 18831934

20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1932

Wo wird es bleiben,Was mit dem letzten Hauch entweicht?Wie Winde werden wir treiben —Vielleicht!?

Werden wir reinigend wehen?Und kennen jedes Menschen Gesicht.Und jeder darf durch uns gehen,Erkennt aber uns nicht.

Wir werden drohen und mahnenAls Sturm,Und lenken die WetterfahnenAuf jedem Turm.

Ach, sehen wir die dann wieder,Die vor uns gestorben sind?Wir, dann ungreifbarer Wind?Richten wir auf und niederDie andern, die nach uns leben?

Wie weit wohl Gottes Gnade reicht.Uns alles zu vergeben?Vielleicht? — Vielleicht!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte dreier Jahre Seite 82, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
Digitalisat
de.wikisource.org — „Was dann?“, Fassung 3.026.899 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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