Persisches Heliotrop
Rainer Maria Rilke · 1875–1926
14 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1918
Es könnte sein, daß dir der Rose Lobzu laut erscheint für deine Freundin: Nimmdas schön gestickte Kraut und überstimmmit dringend flüsterndem Heliotrop
den Bülbül, der an ihren Lieblingsplätzensie schreiend preist und sie nicht kennt.Denn sieh: wie süße Worte nachts in Sätzenbeisammenstehn ganz dicht, durch nichts getrennt,aus der Vokale wachem Violetthindüftend durch das stille Himmelbett —:
so schließen sich vor dem gesteppten Laubedeutliche Sterne zu der seidnen Traubeund mischen, daß sie fast davon verschwimmt,die Stille mit Vanille und mit Zimt.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Der neuen Gedichte anderer Teil, S. 105, Insel-Verlag, Leipzig, 1918
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Persisches Heliotrop“, Fassung 1.726.073 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.
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