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Versbuch

Stimme auf einer steilen Treppe

Joachim Ringelnatz · 18831934

17 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1920

Drei Söhne hab’ ich bei die Ulanen verloren,Mein Mann fiel aus dem dritten Stock.Aber – es wird lustig weitergeboren!Ich habe nur noch den einen, den Umstandsrock.

Macht es mir nach: Werdet schwanger, ihr Weiber!Alle Weiber müssen schwanger sein.Dann springen die Männer vor eure geschwollenen LeiberLinks und rechts beiseite und sind ganz klein.

Aller Anfang ist schwer.Pfeift auf die Fehlgeburten und Mißgeburten. –Wenn nicht immer mal wieder zwei Menschen hurten,Blieben zuletzt die Wirtshäuser leer,Gäb’s keine Soldaten mehr.

Die Schweinerei ist nun doch einmal Sitte und Brauch.Gott hat uns Weiber zu Schöpferinnen gesalbt.Schiebt also trotzig euren geladenen BauchÜber die Friedhöfe hin. – Und kalbt!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Turngedichte, Kurt Wolff Verlag, München, 1920
Digitalisat
de.wikisource.org — „Stimme auf einer steilen Treppe“, Fassung 3.778.956 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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