Mein Riechtwieich
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
30 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1924
Gutes Bettchen du!Ich gehe jetzt in dich. Gute Nacht!Wünsche angenehme Ruh. –Und auf einmal ist’s wieder früh,Bin ich wieder aufgewacht,Habe dich naß gemacht –Herzeleid – Pupo – Pipü.
Bett, ich falle in dich, du mein Bett.Ich will nichts mehr wissen.Sticke mich tot mit Gänsekissen.Ich pfeife auf SchweinskotelettUnd Schutzmann und Feuer im Haus;Mir ist alles egal.Eigentlich müßte ich noch einmal –Aber ich zwing’s heute nicht.Bitte – lie Bett – puste das Licht –
Altes Bettchen, hallo!!Wir brechen in dich hinein;Ja schau nur: Zu zwei’n!Nun knurre, knarre nicht so.Heute geht’s stürmisch zu.Anna, komm doch! Ich friere. Huhu!Möge uns Gott verzeihn.Aber das wissen nur Anna und ich und du.
Bettchen, wo fährst du denn hin??Nun gut, fahr immer zu.Im Kreise und auf die Reise.Nach Afrika. Wir besuchen ein Gnu.Gut Nacht, Anna, ich bin –Müde bin ich Känguruh.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Kuttel-Daddeldu, S. 110 und 113, Kurt Wolff Verlag, München, 1924
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Mein Riechtwieich“, Fassung 3.779.375 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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