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Versbuch

Marschierende Krieger

Joachim Ringelnatz · 18831934

26 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1928

Vor mir her schritt Infanterie,Eine ganze KompanieKräftiger Soldaten.Stramm im Takte tratenSie den Sand,Schritten achtlos über einenKleinen Käfer, den ich fand.

Ich blieb stehen,Um ihn zu besehen,Und weil’s hinter jenem MilitärStark nach Schweiß und Leder roch.Da: – Der Käfer krochPlötzlich fort, als ob er lebend wär.Doch ich konstatierte noch:Nur zwei Steinchen an zwei Seiten retteten –Gleichsam wie als Seitenwände – diesen –Gleichsam zwischen ihn eingebetteten –Käfer vorm Zertrampeltwerden durch die Riesen.

Große Riesen – kleine Tiere –Und ich lief, die Wandersohlen,Die so stanken, einzuholen,Weil ich gar zu gern im Takt marschiere.Und ich hustete und spuckteStaub und mußte viermal niesen.Und ich schluckte. Und ich duckteMich vor Felsenwänden und vor Riesen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Allerdings, S. 17–18, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1928
Digitalisat
de.wikisource.org — „Marschierende Krieger“, Fassung 3.026.754 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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